Was ist Lipödem?

Damit Sie unseren Standpunkt besser verstehen, und auch weil das Lipödem im Medizinstudium bislang sträflich vernachlässigt wird und infolgedessen nur sehr wenige Ärzte fachkundig sind (obwohl wir es mit einer anerkannten Erkrankung mit dem ICD-10 Code E88.20 ff. zu tun haben), hier ein paar Stichworte zu dieser unterbeachteten "Volkskrankheit der Frauen":

 

Es handelt sich beim Lipödem um eine erbliche, chronisch verlaufende und progrediente Erkrankung. Anders gesagt: Betroffene haben sozusagen keine Chance auf Heilung und keinen Ausweg. Diese Situation ist psychisch extrem belastend, denn das Lipödem deformiert mit der Zeit die natürliche Körpersilhouette, es verursacht tägliche chronische Schmerzen, führt zu einem gestörten Lymphabfluss, der in weiteren Folgeerkrankungen wie dem sekundären Lymphödem mit den volksmündlich immer noch so genannten "Elefantenbeinen" münden kann. Viele noch relativ junge Betroffene benötigen Rollatoren, manche den Rollstuhl, nicht wenige verlieren die Erwerbsfähigkeit.

 

Beim Lipödem wachsen die hypertrophen und hyperplastischen Fettzellen ähnlich Tumoren auf das bis zu über 20ig-fache der Größe gesunder Körperfettzellen an. Diät und Sport können dagegen NICHTS ausrichten. Das Lipödem entwickelt sich in Schüben, die häufig mit hormonellen Umstellungen zu tun haben wie Pubertät, Pille, Schwangerschaften, Wechseljahre. Aber auch psychischer und körperlicher Stress (wie etwa durch die zahlreichen Diätversuche) scheinen eine Rolle zu spielen.

 

Die betroffenen Frauen stehen weitgehend alleine da, die ärztliche Versorgung ist in Ermangelung ärztlicher Kenntnis der Krankheit schlecht. Die einzig angebotenen symptomtherapeutischen Methoden sind ein Leben in Flachstrickkompression der Kompressionsklasse II oder höher, was einem Leben in einem harten Panzer gleichkommt und die gegen die Schmerzen und zur Unterstützung des Lymphabflusses sehr wichtige Manuelle Lymphdrainage, die die Krankenkassen Patientinnen mit der Diagnose Lipödem aber nicht gewähren.


Die einzige und im Gegensatz zur Darstellung des GBA (Gemeinsamer Bundesausschuss der Krankenkassen) wirksame nachhaltige Therapie des Lipödems ist die umfassende, zirkuläre operative Liposuktion der betroffenen Bereiche in einem dafür spezialisierten Zentrum, das die unbedingt notwendige, die Lymphbahnen schonende Operationsmethode beherrscht und mit den zu erwartenden, häufig massiv belastenden Operationsfolgen umgehen können. Wir nehmen hier z.B. hohe Blutverluste bis zur Transfusionspflicht in Kauf, riesige Wundflächen mit den entsprechenden Infektionsrisiken, fast in jedem Fall Nervenschädigungen mit anschließender Taubheit usw. usf. Niemand, der bei klarem Verstand ist, würde diese immensen Schmerzen und Risiken allein für die Schönheit auf sich nehmen. Diese Unterstellung, ob sie uns von Seiten der Gesetzlichen Krankenversicherung entgegenschlägt oder in den Kommentarspalten der Sozialen Medien oder unterschwellig in Headlines und Diätmodel-Artikelbildern, ist verletzend und verniedlicht das Schicksal Millionen Erkrankter.

Wie leben Frauen mit Lipödem?

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Lymphe und Gesundheit - Ausgabe 4/2012 (PDF-Download)

"Manuelle Lymphdrainage (mLD) ist eine schöne Sache: Sie tut gut und reduziert Ödeme. Letzteres stimmt aber nur..."

Stern TV - Was Sie über Lipödeme wissen sollten

"Frauen, die unter einem Lipödem leiden, werden meist fälschlicherweise für schlicht übergewichtig gehalten..."

bento.de - Wenn die Beine immer dicker werden

"Ein Lipödem ist eine krankhafte Fettverteilungsstörung, derentwegen Frauen unnatürlich dicke Beine und Arme..."

nano.de - Ohne Evidenz (Video)

"Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung. Auf YouTube findet man eine große Anzahl an Berichte Betroffener..."